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das säulenproblem – Hans Schabus

„im übertragenen sinne liegt das problem der säule in ihrer ordnung. säulen waren schon im antiken griechenland die rahmenhandlung unserer sich demokratisch formenden gesellschaft. auch heute noch sind säulen tief im repräsentativen wertekanon verankert. ich würde das ‘säulenproblem’ auf jeden fall politisch sehen wollen, als eine art strukturelle fragestellung. 

könnte die säule an sich ein sinnbild für die not sein?
für die not, zwischen ursache und wirkung?
für die not, zwischen dem werfen und dem fangen eines rettungsrings?
die säule ist ein zwischenstück, wie der ring eines zu werden sucht.

anfang 2000 grub ich eine säule in den atelierboden hinein. ich nannte diese säule dann ‘schacht von babel’. vielleicht ist sie mein heimliches gegenüber zur pollinger säulenordnung. vor zwei jahren bin ich mit der klasse ‘skulptur und raum’ innerhalb von 10 tagen von wien nach targu jiu geradelt, zur endlosen säule von constantin brâncuși.

die säule ist ein gesellschaftliches motiv, das fortwährend befragt werden muss.“
(Hans Schabus)